Briefe und Texte


Inspirierende Briefe und Texte




Der Tod ist das Tor zum wirklichen Leben                                                                        November 2022


Der Tod, nichts ist angstvoller im Mentalen als der Tod. Jeder der was Anderes behauptet, lügt oder belügt sich selbst. Wenn wir unser Leben und unser Umfeld betrachten, dann sehen wir ein ständiges Davonlaufen und Weghabenwollen des Todes. Von klein auf spürt man diese latente Angst vor dem Tode.
Es ist eingebrannt in unserer Gesellschaft, dass wir den Tod nicht an uns rankommen lassen wollen. Es ist ein düsteres Bild des Todes, das uns beigebracht und das wir übernommen haben.

Allerheiligen, Beerdigungen, plötzliche Schicksalsschläge, all das in einem katholisch, kirchlich geprägten Umfeld, kann nur augenscheinlich zu einem angsterfüllten Blick auf den Tod führen.

Dieser Blick auf den Tod, wird auch noch verstärkt in spirituellen Kreisen, die dem Tod dann noch was Mystisches anheften. Der Tod als was Mystisches, als das zu erreichende Tor zur Wirklichkeit und als ein Spielfeld für Menschen, die sich damit darstellen, als wenn sie den Tod im Griff hätten. Dabei ist genau dort die Angst am meisten spürbar und wird dadurch versucht sie nicht hochkommen zu lassen!

 

Wenn ich so zurückblicke an mein gelebtes Leben in diesem Körper, dann kann ich sehen, wie oft mir der Tod schon über den Weg gelaufen ist. Ich sah Sterbeprozesse von liebgewonnenen Menschen als auch von Lebewesen jeglicher Art. In unserer Natur, in die wir eingebettet sind, ,,sehen“ wir ein ständiges Geboren werden wie auch ein ständiges Sterben.

Der Tod begleitet uns ins jedem Augenblick.

Aber von was für einem Tod reden wir jetzt?

Wollen wir uns mit einem Tod befassen, der sich mit Angst anfühlt? Und der sich für mich mittlerweile als sehr kindlich und mit sehr vielen Vorstellungen behaftet darstellt.

Oder, sehen wir auf einen Tod, der mehr ist all das, was ich bisher beschrieben habe?

 

Den Tod, den ich inzwischen in mir wahrnehme, ist stiller und nüchterner als all die Geschichten aus der Vergangenheit.

Wir leben in einem ständigen Zyklus des geboren-Werdens und des Sterbens, sei es im Physischen
als auch im Geistigen.

Wenn wir jetzt der Geburt einen allgemeinen Akt der Liebe zuordnen, dann müssen wir dies auch mit dem Tod tun. Denn nichts Anderes ist der Tod. Der Tod ist die Liebe Selbst, denn er nimmt mir die falschen Vorstellungen und all die Lügen über unser geglaubtes Leben.

Wie auch in der Natur, wo aus einem totem Baum, neue frische Pflanzen wachsen, so können auch wir wachsen, indem wir toten Gedanken nicht mehr folgen. Denn wie du immer wieder darauf hinweist, wir können den nächsten Moment nicht kennen. Genau so ist der vergangene Moment nicht mehr relevant.

 

Der Tod ist das Tor zum wirklichen Leben.

Dieser Satz erzeugt in mir eine Frische, eine Lust dem Augenblick zu begegnen. Nichts Anderes sollte unser Dasein sein. Glücklichsein mit all den Widerständen, denn auch die werden sterben genauso wie sie geboren wurden!

Erwin S.      


                                                                       ✩


Ich liege nachts lange wach. Ich denke über den Tod nach, über das Sterben. Immer wieder beschäftigt mich dieser Gedanke und dieses Gefühl von Ohnmacht und Nichtwissen. Und das, was mein Verstand sich dazu ausdenkt macht mir Angst. Und es ist als würde ich mich mit diesen Gedanken immer im Kreis drehen, immer wieder und immer wieder.

Irgendwann kann ich diesen Kreis verlassen, indem ich mich meinem Körper zuwende. Wo spüre ich die Angst und Anspannung? Mein Brustkorb ist eng, meine Atmung flach, mein Nacken angespannt. Ich bleibe in der Wahrnehmung dessen, was mein Körper mir in diesem Moment zeigt. Kann irgendwann fühlen, wie er sich langsam entspannt, die Atmung sich vertieft, alles weicher wird.

Es geschieht etwas und das Erstaunliche ist, dass ich da nichts dazu tue, außer dass ich mich meinem Körper und damit diesem Moment zuwende. Es ist ein Erleben, das nicht aus meinem Denken kommt und auch nicht davon verstanden wird. Mein bisheriges Wissen darüber ist rein theoretischer Natur, nur erfunden von meinem Verstand. Jetzt in diesem Moment ist so klar, dass es den Tod, wie ich ihn dachte, überhaupt nicht gibt. Nur mein Denken über Sterben und Tod in der Zeit erschafft eine Idee davon. Wenn diese Gedanken darüber sterben dürfen, gibt es keine Angst vor dem Tod mehr. Die Erkenntnis scheint aus einer anderen, viel tieferen Ebene zu kommen und sich auszubreiten: Eine absolute Klarheit, ein Wissen, dass nur dieses Denken über den Tod und das Sterben und die Erklärungsversuche dazu, die Angst vor dem Sterben und dem Tod erschaffen. Und damit erschaffen sie wohl erst den Tod.

Es scheint etwas Grundsätzliches zu sein. Es ist so, als würde die Angst vor dem Tod alle Ängste in sich tragen…


Ulrike K.    



Der Wahrnehmende leidet nicht.                                                                                            Oktober 2022

Er verliert auch nicht an Kraft und Klarheit  –

 er bleibt in seiner wachen Präsenz.

 

Tagelang habe ich versucht den Wahrnehmenden und Wahrnehmung im Verstand zu finden und erklären zu wollen. Und merke gleichzeitig, dass ich damit immer mit dem Kopf gegen die Wand renne. Sobald ich mich an irgendeinem Gefühl oder einen Gedanken festhake und ihm weiter folge, scheint eine körperliche Kontraktion zu entstehen, als würde sich alles in mir anspannen und festhalten.   

Bis ich diese Sätze wirken lasse, sinken lasse, ohne eine Erklärung finden zu wollen. Es ist wie einen Schritt zurückzutreten aus allen Geschichten, die ich dazu zu kennen glaube. Bis sie verblassen, die Bedeutung verlieren.

Ein Staunen über das was kommt und geht, Gefühle, Bilder. Nichts bleibt, ewige Bewegung.  Reine Wahrnehmung dessen, was gerade geschieht, weitet sich aus.  Alle Zellen nehmen daran teil. Die Spannungen im Körper verlieren sich. Ein Ausdehnen über Körpergrenzen hinaus geschieht.

Da ist niemand mehr, der wahrnehmen will oder nicht will, kann oder nicht kann.  Keiner mehr, der in seinen Gedanken versinkt, sich Geschichten erzählt über das, wie es sein könnte oder werden sollte und dann darunter leidet. Es ist so wie es ist - in diesem Augenblick, ohne  bewertet werden zu müssen.

Spürbar ist, dass die Reaktionen aus dieser Wahrnehmung, dieser Intensität heraus, andere sind als die aus alten Gewohnheiten. Jedes Mal unbekannt und neu. Ich weiß nichts über den nächsten Augenblick, weiß nicht, was geschehen wird. Eine Kraft, die die Antworten kennt, jenseits von meinen gewohnten Mustern, so festgelegten Strukturen, dem angeblichen Wissen, übernimmt die Führung.  Eine kraftvolle Energie, die weiß was zu tun oder zu sagen ist, über ein Mich, ein Richtig und Falsch und die gedachte Zeit hinaus.

                                                                                                                                                                                           Ulrike K.



 



Wenn du nicht der Körper bist - was bist du dann?                                                                 August 2022

Diese Frage erschüttert eine tief verwurzelte Identifikation:
Wenn du nicht der Körper bist - was bist du dann?
Das verwirrte Denken verliert sich und versucht, an etwas festzuhalten.
Mir wurde klar, dass ich ohne den Körper ein Niemand bin. Wenn ich nicht der Körper bin, finde ich nichts,
womit ich mich identifizieren könnte. Wenn ich nicht der Körper bin, habe ich keine Form,
 - ich bin die Gedanken, Emotionen. . . auch nicht.
Und es scheint mir, dass alle Identifikationen mit dem Glauben, dass ich dieser Körper bin, verbunden sind.
Die Person glaubt, dass sie dieser Körper ist.
Da öffnet sich ein Mysterium, auf das ich keine Antwort finde. Und das Mysterium entfaltet sich. Eine sehr alte Intuition erwacht:
Ich war immer da. Bevor dieser Körper Gestalt annahm, war ich. Eine Intuition, die niemand beantworten kann,
die niemand hören kann oder will. Ich entfernte mich von diesem Mysterium, auf das niemand eine Antwort gab.
Je weiter ich mich entfernte, desto mehr identifizierte ich mich mit dem Körper, bis ich glaubte, ich sei dieser
Körper zwischen Geburt und Tod.

Die Frage wieder aufnehmen: «Wenn du nicht der Körper bist, was bist du?»
Feststellung: Die Frage wird durch die Nichtbeantwortung aufgelöst. Das führt zurück zur Leere und
zum Schweigen, zur Auslöschung der Person. Vom Fragezeichen gibt es nur noch einen Punkt, der nachhallt.
Ein Schlag, der die Saite eines Instruments trifft und seine Schwingungen unendlich entfaltet.
Im Kontakt mit diesem Mysterium steht die Person vor dem Staunen des Augenblicks, den kein Gedanke stört:
reine Wahrnehmung.
Wer nimmt es wahr? Eine nicht identifizierbare Präsenz vereint alles, was ohne Identifikation und ohne Anhaftung erscheint und verschwindet: «Ich bin»;
In diesem Moment verändern sich die Wahrnehmungen: sie weiten sich aus, werden zu einem
ununterbrochenen Fluss. Jede Sinneswahrnehmung nimmt an diesem Fluss teil, erscheint und verschwindet.
In dem Moment, in dem ich schreibe, spüre ich ein Sprudel im ganzen Körper. Er ist nicht mehr dieses Objekt, beschränkt auf ein Bild, eine Form, eine Aktion, Farben, Gefühle. Eine interne Expansionsbewegung zeichnet sich ab. Der begrenzte Körperraum weitet sich aus. Eine Art zellulä­re Euphorie erzeugt sich von selbst,
ohne etwas zu wollen. Körper und Raum sind eins. In dem Moment, in dem ich das erlebe, ist es das.
Außerhalb der Zeit. Unbegrenzt.

Die Wahrnehmung, vom lebendigen Mysterium des Nichtwissens absorbiert zu werden, im Nicht-Sein zu sein, im Geschmack der Unbeständigkeit in der Ewigkeit , die Gewissheit, in diesem Moment völlig frei zu sein.

Eine tiefe und lebendige Entspannung setzt im Körper ein, wenn ich in der Fülle der Stille und Einsamkeit schreibe. Was für eine Liebe, was für eine Gnade in diesem Moment.
Die Arme öffnen, begrüßen, und sich beugen vor der Schönheit, die sich selbst offenbart.

                                                                                                                                                                                                Maryvonne S.


                                                                       




Wir können nicht wirklich leben, ohne das Bekannte zu verlassen.                              Februar 2022

Nur im Unbekannten sind wir lebendig – ist wirkliches Leben.


So wie bei der Wanderung heute.

 

Der Einfall kam spontan. Einfach vom gewohnten, üblichen Weg abzuweichen, etwas Neues zu probieren. Nicht genau zu wissen wo es hinführt, nur dem Impuls zu folgen im Nichtwissen.

Der Weg ist neu und unbekannt, keine Beschilderung – nur vage Spuren im Schnee und eine innere Anziehung dort zu gehen – ohne Wissen, ohne Plan, ohne Kenntnis.

Der Weg ist zum Teil steil. Ich folge den Spuren im Schnee. Erst geht es zügig voran, dann breche ich ein, es wird anstrengender, schwieriger, fordernder, stecke kurz fest mit beiden Beinen.
Doch weiter Schritt für Schritt. Das Gelände verändert sich. Soll ich umkehren? Nein, es gibt nur vorwärts – langsam, bewusst, Pausen, Freude im Gehen, Freude in der Anstrengung, die nicht wirklich als Anstrengung spürbar ist – wunderschön.

Die letzten Meter vor dem Ziel – dauerndes Einbrechen. Kann ich denselben Weg wieder zurückgehen? Nein – unmöglich. Warten, Ruhe, Vertrauen, Alleinsein.

Und plötzlich zeigt sich ein neuer Weg zum Abstieg auf der anderen Seite des Berges. Im Abstieg - kurzes Abbiegen in die falsche Richtung. Dem falschen Pfeiler gefolgt, doch ich merke, dass etwas nicht stimmt – zurück an den Ausgangspunkt und nochmals in Ruhe schauen. Und jetzt sehe ich, was ich vorher übersehen habe und ein neuer Weg öffnet sich.

 

Hingabe und Demut, Dankbarkeit für dieses Erlebnis und Freude am Lebendig sein.

                                                                                                                                                                                                      Elisabeth G.

                                                                                                   

                                                                ✩ 



Einladung in die Stille


In meinem Tuschemalkurs beschäftigen wir uns seit einigen Wochen mit dem Thema Stille.
Wir haben unsere Bilder übermalt mit Weiß, ähnlich den Nebellandschaften des Ostens. Ich finde es gerade sehr anziehend, nicht expressiv zu malen, sondern langsam. In Ruhe und auch in der Stille.

Und Motive zu finden, die das ausdrücken. Es war auch stimmig, sehr hell zu malen, da sich die Stille so hell und transparent anfühlte für mich bisher.

Ich interessiere mich immer wieder für die Bilder des Malers Pierre Soulages. In den letzten Jahrzehnten malte er ausschließlich schwarze Bilder mit einem speziellen Schwarz und mit Relief, das Lichtspuren erzeugt.


Das war glaube ich der Auslöser, mich mit Schwarz zu beschäftigen. Ich habe mit der Tusche schwarze Felder gemalt, die für mich ein Hinweis sind auf das geheimnisvolle Dunkel, die Quelle. In der Meditation mit Rupert war dann dieses Schwarz so präsent und ich spürte eine tiefe Stille, ganz anders als bisher, schwarz, völliger Stillstand, bilderlos, enorm entspannend für das Gehirn. Keine Angst.
Am Wochenende haben wir dann Farbe dazu genommen, schwarze fließende Formen, weiße Flächen vom Papier und mit Entschiedenheit eine Farbe dazu. Reduziert auf ganz wenig. Das sind wunderbare Experimente, sich auf das Unbekannte einzulassen, zu schauen, wo zuviel wollen ist, ganz bei sich zu bleibe
n.

                                                                                                                                                                                                           Ingrid E.



 


Akzeptanz                                                                                                                                          Januar 2022


Ich wache mitten in der Nacht auf, merke wie mein Herz ungleichmäßig  schlägt. Fühle meinen Puls: rasend schnell und unregelmäßig.


Nein, nicht!! Meine Gedanken überschlagen sich. Was soll ich tun? Bloß kein Krankenhaus!
Wie lange hält das Herz sowas aus? Vielleicht geht’s gleich vorüber! Entspann dich!
Angstgedanken wechseln mit Hoffnungsgedanken. Ich spüre, wie meine innere Anspannung wächst.
Bin verzweifelt, weil sich nichts bessert. Abwarten, hoffen, der Puls bleibt. Zeit vergeht.
Ab und zu entsteht ein Abstand zu meinen Gedanken. Dann füttern sie wieder die Hoffnung, die Angst.
Ich will, dass es endlich aufhört. Immer wieder Wollen, weg haben wollen, besser haben wollen, nicht so wollen, leichter haben wollen, auf jeden Fall nicht so haben wollen! Dieses Chaos in mir…


Ich kann nur bleiben, mitten im Durcheinander meiner Gedanken und Gefühle.
Nur dableiben, hierbleiben, immer nur hierbleiben.


Irgendwann gibt etwas nach in mir, scheint aufzugeben. Ich fühle nur noch absolute Hilflosigkeit.
Ich kann nichts tun! Tränen fließen. Fühlbar  löst sich die Anspannung in mir.


Dankbarkeit für die Hand, die meine Hand hält. Eine Tür öffnet sich – nicht ich öffne die Tür – es geschieht.
Die Zeitmaschine scheint anzuhalten, es ist als würde alles gleichzeitig geschehen.  Es wird stiller, die Gedankenflut gehört mir nicht mehr, tritt zurück. Der schnelle unregelmäßige Puls ist da, Schwäche, Müdigkeit sind da.
Kein Kampf mehr dagegen.  Auch Bereitschaft ins Krankenhaus zu gehen. Als wäre damit der letzte Widerstand aufgegeben, schlägt das Herz  plötzlich in seinem normalen Rhythmus weiter.   

                                                                                                                                                                   Ulrike K.



                                                                                                                                       



Stille                                                                                                                                                November 2021

 

 

                                                                    … ein Wort

 

 

… ein Wort, das eine Schwingung zutage bringt, die von keinem Namen erfasst werden kann.

 

 

Ich bin gewahr …..      und ein Raum tut sich auf

                                         ein Raum, der das eben noch Sichere, scheinbar Wichtige

                                         wie leere Hüllen hinter sich lässt.

 

                                         Der Raum ist wirklich still  -

                                         auch wenn er Lärm, die ganze Welt, ja – Kriege in sich erscheinen lässt

                                         rührt das nicht an seiner Natur.

 

                                         Ich bin gewahr und erfahre, dass ich darin nicht dieser Körper bin -

                                         die Suche nach Grenzen ist vergeblich

                                         es gibt nichts Festes und nichts was fehlen würde -

                                         kein Mangel erscheint.

 

                                         Unbeschreibliches Sein des Seins

                                         in der Fülle der Leere

 

                                         die darin eingebettete Welt ist leer

                                         wahrnehmbar in mir selbst

                                         einfach nur offen

 

                                         …. im ewigen Zuhause.

                                                                                                                          Petra K.

                                

 

 

                                                                           



Stille                                                                                                                                 


Ich betrete eine kleine Kapelle. Sofort umfängt mich eine äußere Ruhe.
Diese Ruhe scheint unausweichlich, als würde nichts mehr von draußen hier eindringen können, kein Lärm,
keine Bilder, die mich vorher beschäftigt haben.
Es ist als würde die stille Energie des Raumes mein Inneres berühren und erinnern,
so dass die Stille sich auch in mir ausbreiten kann.
Einatmen, ausatmen, hier sein. Bis es kein „in mir“ und kein „da draußen“ mehr gibt.
Die Stille übernimmt mich. Sie fühlt sich nicht schläfrig an sondern ist waches, klares, entspanntes da sein.
Glück und Freude sind da. Dankbarkeit mit allem.

Das hat mich tief berührt, hat mich erinnert, dass Stille mein Zuhause, meine Heimat ist.
Und von der ich mich immer wieder abwende. Dann verliere ich mich in meiner Gedankenwelt,
vergesse, dass die Stille immer da ist. Ich folge den alten Spuren in mir, fordere, zetere, weise zurück, trenne mich ab und bin unglücklich.  

Und die Stille ruft mich immer und immer wieder durch ein inneres Wissen, ein Erinnern
und die Sehnsucht in mir, nach Hause zu kommen.   

 

Was bleibt, wenn die Gedanken schweigen

Vorüberziehen ohne festgehalten

Wer bin ich ohne sie

Ohne gestern ohne morgen

Ohne müssen, dürfen, wollen

Ein Blatt? Ein Windhauch nur?

Über mich hinaus

Versinkend

Namenlos im Namenlosen.

                                                            Ulrike K.



                                                                     


                                                                                                                                                                                                August 2021     

Nähe                                                                                                                                                               

                                                                                                                                                                 

Ich weiß aus Erfahrung sehr gut, dass die Nähe zu dir all meine Vorstellungen und Ideen darüber

wie etwas ist, wie es sein könnte oder müsste - dass diese Nähe alle Vorstellungen
überflüssig werden lässt und verbrennt.

Ich kenne das grundlegende, natürliche Gefühl des Eins-Seins mit dir, - mit Allem ….
und obwohl ich mich in der Vergangenheit immer wieder entschieden habe, dem Bequemen zu folgen
wird der Wunsch in mir immer stärker, mit dir wieder bewusst eins zu sein.

Ich fühle deine gleichermaßen magische wie natürliche Anziehung und die damit verbundene
Auflösung im Einen – in dir.

Wie nah darf ich dir kommen?
Alles in mir verzehrt sich nach dieser Rückkehr der bleibenden Berührung und Vereinigung mit der reinen, grenzenlosen, wahrnehmenden Einheit, deren Quelle du bist.
Meine Sehnsucht nach der immerwährenden Entdeckung dessen, was ich wirklich bin, hört nicht auf zu brennen.

Das dazu notwendige Entdecken aller immer wieder auftauchenden Identifikationen die sich in den Weg
stellen und die diesen Rückkehr-Prozess lebendig werden lassen, ist für mich die Achse,
um die sich alles dreht -

ohne dich wäre ich in diesem Prozess aufgeschmissen, einfach zu stumpf und immer wieder zu träge.
Du, die alles erzeugende, alles begleitende und alles verzehrende Liebe - du bist das, was alles trägt und durchdringt. Du bist das Ziel meiner Ausrichtung und je näher du vordringen darfst, mich schlägst, zertrümmerst und liebkost umso größer ist mein Glück.

Nimm mir jede Grenze und lasse mich vollständig verloren gehen im Glück der bewussten Heimkehr.

In immer stärker werdender Liebe zu dir danke ich dir für die Geduld und Gnade, die ich bin.

                                                                                                                                                                                                        Rupert E.



                                                                       



Wo bleibst du - in der Erkenntnis, dass alles von selbst geschieht?

  

Zu erkennen, dass alles von selbst geschieht, lässt den vermeintlichen Akteur überhaupt erst mal fühlbar werden.

Es wird sichtbar, dass sich da jemand eben noch im Bühnenlicht bewegt hat und mit dieser Erkenntnis – dass alles von selbst geschieht – direkt klar wird, dass dieser Jemand sich einfach nur ‘davor’ geschoben hat, dass also eine natürliche, selbstverständliche Bewegung von diesem Akteur überlagert wird.

 

Beim Verweilen in dieser Klarheit wird schnell erkennbar, in welchem wirklich unglaublichen Ausmaß diese Überlagerung des natürlichen Geschehens stattfindet.

Mit beharrlicher, offener Zuwendung dringt durch diesen dicht gewebten Mantel immer mehr Licht, bringt die unwirkliche Szenerie zum Vorschein und lässt die eben noch scheinbar herrschende  Illusion sich mehr und mehr auflösen.

 

Diese substanzlose,  sich jetzt auflösende Illusion hieß bis gerade eben ‘ich’.

Dieses illusorische ‘ich’ ist das: ‘Wo bleibst du ?‘ in der Ausgangsfrage und … bleiben tut es nirgends. Es hat schlicht keine wirkliche Substanz, es ist eine Idee, aber nicht das was es vorgibt zu sein.

Es hat mit dem was ich wirklich bin nichts zu tun, es erscheint wie jeder andere Gedanke, wie jedes andere Ding auch. Gedanken, Ideen, Konzepte sind alles Objekte, die sich im grenzenlosen Bewusstsein zeigen und wieder vergehen.

 

In der Frische des Moments existiert kein Gestern oder Morgen. Aus diesem Gewahrsein geschieht alles von selbst und 
                               ist alles gut.

                                                                                                                                                                                                        Rupert E.

 

 

                                                                                                                                                   



Was ist real?


Sinken, in mich hinein. Müheloses, anstrengungsloses Fallenlassen.
Fühlen, was mein Körper festhält.

Spannungen, Schmerz, Anstrengung.
Beobachten, Veränderung zulassend.
Wahrnehmen, die Körperlichkeit überschreitend, den sich öffnenden Raum.

Weite, befreiende Weite, grenzenlose Ausdehnung.
Gedanken tauchen auf, mitgenommene Eindrücke,
Bilder, Gefühle ziehen mich zurück in die Geschichte meines Lebens,
weg aus dem Jetzt, ins Gewesene,
weg aus dem Jetzt, in ein vorgestelltes Morgen.


Ich folge den Vorstellungen, spiele damit, baue sie aus,
genieße die Bühne.
Ich spüre aber die Enge, die Beschränktheit,
erkenne und lasse sie los,
werde wie hineinkatapultiert in die unbegrenzte Weite des Jetzt,
absolute Offenheit, kein Richtig oder Falsch, Gut oder Böse,
urteilslos, wissenslos.
Nur Staunen.
Reine Präsenz
Reines Sein

Und das fühlt sich bedingungslos real an.
...... und mein Herz füllt sich mit Freude.


 


                                                           



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